Freitag, 26. Oktober 2012

Scharf auf Gina - Das 1.Kapitel meiner aktuellen erotischen Geschichte als kostenlose Leseprobe ©copyright Florella Sander

Scharf auf Gina

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Gina steuerte am Morgen direkt auf ihn zu und sprach ihn an: »Grüß dich, Toni. Wir haben lange nicht mehr zusammen gearbeitet.«
Toni verzog keine Miene und fing statt dessen an zu sticheln: »Woran das wohl liegt?«
»War Sylvie bei dir, um sich zu verabschieden?«, fragte sie und sah ihm sogar in die Augen. Donnerwetter. Warum redete sie plötzlich wieder mit ihm? Er erwiderte ihren Blickkontakt nur kurz, und dann ging sein Blick tiefer.
Wie süß sie schon wieder aussah in ihrer olivgrünen Latzhose. Der knappe Latz rutschte auf ihren Brüsten hin und her, und da sie Achselshirts darunter bevorzugte, schmiegte sich die feinrippige Baumwolle an die Haut und betonte ihre vollen Rundungen. Er verband das Bild von prallen, saftigen Orangen damit, die er in den Händen knetete und streichelte. Sie trug nie einen BH, und ständig wurden die Nippel hart und drückten sich durch den Stoff.
Wuah. Lustschauer strömten durch seinen Körper. Wusste sie überhaupt wie sehr ihn das erregte?
»Nein«, antwortete er knapp. Er wässerte gerade die Stauden in den Töpfen auf dem Verkaufstisch, die zurzeit hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Gina ging ihm schon seit Tagen aus dem Weg, was bei der Arbeit schwierig war, es sei denn, jemand machte es so bewusst, dass das Gegenüber es bemerkte. Und da er zu lange auf der Leitung gestanden hatte, vor Verliebtheit wohlgemerkt, hatte sie ihm ihre Abneigung irgendwann ganz brutal ins Gesicht geschleudert.
»Es reicht, Toni, deine Art gefällt mir nicht. Ich kann nicht ausstehen, wenn ein Mann nicht kapiert, dass eine Frau nichts von ihm will.«
»Also gut. Ich werde dich in Ruhe lassen, solange, bis du es nicht mehr aushältst«, hatte er geantwortet.
Sie hatte gelacht und ihm nachgerufen: »Das, mein lieber Toni, wird nie geschehen. Nie. Nie. Nie.«
War er wirklich so ein Idiot in Bezug auf Frauen, dass eine derart herbe Abfuhr nötig war? Davon war er nicht überzeugt. Im Gegenteil. Gina hatte doch selbst mit dem Flirten begonnen und ihn heiß gemacht. Sie veranstaltete mit ihm ein merkwürdiges Nähe-Distanz-Spiel, das er noch nicht durchschaute. Sie nährte ständig seine Hoffnungen. Woher sollte er seine Grenzen kennen? Gina trug schließlich kein Stoppschild.
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Ihre Gespräche waren seit der Abfuhr belanglos geworden, es ging nur noch um die Arbeit. Wenn sie miteinander redeten, vermieden sie Blickkontakt, oder Ginas Lächeln fror ein, sobald sie ihn ansah. Ihr Polarblick war einzigartig vernichtend. Sie packte ihre gesamte Verachtung hinein, die blaue Farbe ihrer Augen verstärkte den Effekt noch mehr.
Sobald mehrere Personen anwesend waren, übersah sie Toni aber nicht, lächelte ihn an und lachte auch mit ihm. Wenn ihr Blick mal in der Runde umherwanderte, strahlte sie. Das verletzte ihn sehr, und er litt.
Nun wollte sie scheinbar weiter spielen. Es war die erste private Frage seit langem, und Toni bemerkte die Traurigkeit, die Gina umgab. Sylvie hatte nur fünf Wochen in der Gärtnerei gejobbt, und am Tag zuvor ihre Arbeit beendet, um noch Zeit für den Umzug in die Schweiz zu haben.
Sylvie. Die hätte er leicht haben können. Auf dem Goldtablett bot sie sich dem an, den sie erwählt hatte. Es war schon hart gewesen, ihr zu widerstehen. Warum war er nie auf die Idee gekommen, Sylvie zu vögeln? Stattdessen hatte er sich noch mehr um Gina bemüht.
Sylvie. Dunkelhaarig. Katzenhaft. Anmutig. Der Inbegriff von Sinnlichkeit. Grünäugige Schönheit. Lebendig. Heil. Erdig. Er fand keine besseren Wörter, keine, die es besser trafen, samtig vielleicht. Erdig und samtig.
Sylvies Feuer fehlte Gina. Ihre Erdung. In Ginas Augen waren Ozean, Sternenlicht und Arktis vereint, aber in Sylvies Augen brodelte ein Vulkan.
Sylvie war die Göttin unter den Frauen. Kostbar wie Kaviar unter den Delikatessen. Sie genoss ihr Leben mit allen Sinnen. Ob sie ihr Frühstücksbrot aß, ob sie sich in den milden Regen stellte, ob sie verwelkte Blüten von den Blumen zupfte, ob sie mit Männern kokettierte, sie machte alles mit Hingabe und Lust. Sie gehörte nur sich selbst, sie war gut zu sich, gönnte sich das Beste, ohne rücksichtslos zu sein. Aber Sylvie war für ihn nicht mehr als ein weiblicher Kumpel. Ihm gefiel nicht, dass für sie Sex nur ein Abenteuer war. Dass es nie um Liebe, Treue und Tiefe dabei ging. Außerdem begehrte er Gina.
Sylvie und Gina gab es meistens nur im Doppelpack. Wer Ginas Nähe wollte, bekam auch Sylvie als Beigabe, so unzertrennlich waren beide in den letzten Wochen geworden. Den Arbeitskollegen und dem Chef hatte das nicht gepasst, aber die Einnahmen und Kundenfeedbacks bewegten sich plötzlich in anderen Dimensionen als vorher. Die beiden Frauen leisteten gute Arbeit, es machte Spaß, ihnen zuzusehen.
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»Spritzt du immer so in der Gegend herum? Reguliere wenigstens die Brause, wenn ich mit dir rede. Ich werde sonst nass.«
»Ach ja?« Typisch Gina. Jetzt hatte sie also den Befehlston in ihre Spielkartei aufgenommen. 'Spritzt du immer so in der Gegend herum?' Wo hatte sie denn solche Sätze aufgeschnappt? Von Sylvie sicher. Toni schaute nur auf den Staudentisch vor sich, als sie noch näher kam und riss sich zusammen. Zu gern hätte er ihr eine kleine Dusche verpasst.
»Sei bitte so lieb, Toni.« Sie streifte wie zufällig mit der Hand seinen Unterarm und löste damit ein sanftes Zittern in seinem Körper aus. Die feinen Härchen auf seinen braungebrannten Unterarmen richteten sich auf und leuchteten hell im Sonnenlicht. Damit hatte sich seine Wut schon wieder erledigt. Die Energie verpuffte aber nicht sinnlos. Sie machte sich auf den Weg zu seiner Männlichkeit, wo sich dann eine zauberhafte Verwandlung von weich zu hart vollzog.
Gina verstand es gut, sein inneres Feuer erneut zu schüren. Dieses Mal hatte sie Benzin benutzt. Gina. Gina bedeutete Brennen. Er brannte für sie. Vom ersten Tag an. Seit drei Monaten. Ihre scheue Art hatte ihm gefallen. Das war aber nur Vorsicht gewesen. Sie begegnete jedem zunächst abwartend passiv und misstrauisch, wie er beobachtet hatte. Das änderte sich schnell, und wenn sie auftaute, stand sie sofort im Mittelpunkt.
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Gina griff unter den Tisch und suchte passende Töpfe und Kisten. Hoffentlich entging ihr die Beule in der Hose, waren seine Gedanken. Zum Glück waren die Arbeitshosen sehr weit ausgestellt. Sie begann, Stauden umzutopfen und arbeitete in der Hocke, sodass er auf sie herabsehen konnte. Ihren Oberkörper hatte sie ihm seitlich zugedreht. Schon der Blick auf den Ansatz ihrer Brüste, als der großzügig gearbeitete Achselausschnitt sich mit jeder Bewegung dehnte und der Stoff die Nippel zu einer spitzen Tüte rieb, verstärkte die Geilheit. Bei der Vorstellung, dass sich der Stoffsaum noch weiter nach vorn schieben, die Brust und die steife Knospe komplett frei legen könnte, war der Schwanz am Ultimo angelangt. Von oben blickte Toni direkt auf den verführerischen Graben, der die Brüste trennte. Direkt hineinstoßen, die Latte in der Furche entlangziehen und die Spuren seiner Männlichkeit verewigen, nur danach verlangte es ihn in diesem Moment.
Genug jetzt, schalt er sich.
Toni konzentrierte sich mit aller Kraft auf die Arbeit, sah nur auf den Tisch und wartete, bis der unartige beste Freund wieder in seinen Normalzustand zurückgekehrt war. Arbeit? Was tat er seit Minuten überhaupt? Die Brause hatte er am Regler abgestellt, die Hände hielten sie noch, und er starrte nur noch vor sich hin. Ihm gelang wenigstens, nicht zu Gina zu schauen.
»Hey, Toni, schlaf nicht ein bei der Arbeit«, sagte sie und lachte.
Er musste wohl ziemlich durcheinander wirken. Ob sie etwas gemerkt hatte?
»Bist du wieder mal auf Streit aus?« 'Zicke' hätte er gern noch hinzugefügt.
»Aber Toni, gib doch zu, du bist glücklich, wenn jemand mit dir flirtet.«
*
Mehrere Kunden kamen, wodurch es lauter wurde. Gina rückte näher an ihn heran, er roch ihr leichtes, unaufdringliches, unwiderstehliches Parfum, und ihre blonden Haare dufteten nach Shampoo. Sie gab nicht auf, die Locken mit einer Schnur zu bändigen. Morgens gelang ihr das noch, aber um die Mittagszeit und bei leichtem Regen hing die Hälfte als Strähnen daneben. Schon wieder hatten sich winzige Äste und andere pflanzlichen Kleinteile darin verfangen. Wild sah sie aus. So gefiel sie ihm am besten. Aber nicht noch einmal würde er ihre Haare berühren. Oh, nein.
Er riskierte einen längeren Blick in ihre Augen. Warm und dunkelblau glänzte die Iris, die Lider waren gerötet. Ein Anblick, der nun auch noch seinen Brustkorb zusammenzog. Zu gern hätte er sie an sich gezogen und getröstet. Nahm sie der Abschied von Sylvie tatsächlich so sehr mit?
Was hatte er überhaupt falsch gemacht? Seit Tagen versuchte er, das herauszufinden. In der ersten Zeit war sie betont locker mit ihm umgegangen, hatte ihn ermutigt zu flirten und ihm mit ihrem Lächeln bestätigt, dass ihr seine Nähe angenehm war. Sie fragte ihn mehr als die Arbeitskollegen und begleitete am liebsten ihn zu den Kunden. Vielleicht hatte er sich das nur eingebildet. Vielleicht lag das an seiner eigenen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die Gina beeindruckt hatte. Vielleicht hatte sie ihn nur nett gefunden. Wie den Friseur oder den Busfahrer. Und sonst nichts.
Unvergesslich war ihm eine Szene geblieben. Gina hatte ihn gebeten, das Zopfband etwas straffer zu ziehen, als sie mit den Armen und Händen bei einem Kunden im Gartenteich versank, um Wasserpflanzen einzusetzen. Das Band hatte sich gelöst, die Strähnen wären ins Teichwasser gefallen. Ebenso ungünstig wäre es gewesen, wenn sie mit nassen, schmutzigen Händen selbst den Zopf neu gebunden hätte.
Seine Hände verweilten dabei lange in ihrem Nacken, er ordnete die Haare lange, die Fingerspitzen glitten hindurch und tasteten lange über die Kopfhaut. Er hatte drei Strähnen abgetrennt und einen Zopf geflochten, nur damit er sie berühren konnte. Sie hatte nichts gesagt, sich aber von diesem Zeitpunkt an von ihm ferngehalten. Bis er sie angesprochen hatte, was los sei und sich die verletzenden Worte anhören musste.
»Warum sollte ich darüber glücklich sein? Du suchst nur ein Opfer für deine Gehässigkeiten. Du bist eine Spielerin und wirst immer eine bleiben. Die Art, wie du mit Menschen umgehst, wird sich nicht ändern. Was verbirgt sich wirklich dahinter?« Er widerstand doch nicht mehr, nahm eine Strähne ihrer Haare und wickelte sie um seinen Finger. »Aber ich mag dich, immer noch. Oder schon wieder. Es hört wohl nie auf«, flüsterte er.
Ein Flammenregen löste sich aus seinen Fingern, er spürte, wie sie erschauerte und tiefer atmete. Zwischen den Beinen keimte schon wieder die Lust. Werd jetzt bloß nicht schon wieder steif, sagte er unhörbar zu dem ungehorsamen Schwanz. Der Gedanke an Ginas Abfuhr verhinderte zum Glück das Schlimmste.
»Ich freue mich, wenn du auch kommst. Sylvie, du und ich. Um neun bei mir«, sagte sie und strich mit der Hand auf seinem Unterarm entlang.
»Ein neues Spiel?«
»Wieso?«
»Weil dir mit Sylvie nichts passieren kann, denn sonst öffnest du ja nicht«, sagte Toni.
Unter seinem scharfen Blick senkte sie die Augenlider.»Du warst bei mir? Wann?«
»Ein, zwei Mal«, antwortete er.
»Ich bin nicht immer da. Mein Lebensinhalt besteht nicht darin, neben der Klingel zu sitzen und auf Herrn Toni Dingsbums zu warten, der gelegentlich ohne Voranmeldung vorbeizukommen pflegt.«
»Du liebst es doch, zu spielen. Es bereitet dir doch ebensoviel Freude, wie anderen ein Auto oder ein kostbares Schmuckstück. Außerdem habe ich zu tun. Also dann: Tschüß bis irgendwann.«
»Nicht irgendwann. Heute Abend.« Gina nahm ihm die Brause aus der Hand und stellte sie auf sanft. Ruckartig richtete sie den Strahl auf ihn und gab sie ihm dann lachend zurück.
»Was soll das, Gina?« Toni ließ sie stehen und beachtete sie bis zum Feierabend nicht mehr.

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